Durch die Reduzierung der Anschlüsse des Bauteils auf zwei, ergeben sich folgende Vereinfachungen:
Durch die oben angeführten Vereinfachungen kann ein Zweipol nun mit
beschrieben werden. Es treten keine Vektoren mehr auf.
stellt die charakteristische Funktionenmenge für die Temperatur T
des Bauelements dar.
Ein Bauteil ist linear, wenn 4.1 ein Gleichungssystem mit linearen Operatoren (algebraisch oder differentiell) ist. Der Rang des Gleichungssystems kann maximal 4 sein.
Das volle Gleichungssystem hat somit folgendes Aussehen:
Die Faktoren stellen die Quellen dar.
Die
können bei einem linearen dynamischen Bauteil folgende
lineare Operatoren
und deren Verknüpfungen durch Addition, Subtraktion oder Multiplikation sein:
Je nach den verknüpften und
haben die
entsprechende
Dimensionen.
In Matrixschreibweise hat das Gleichungssystem 4.2
folgendes Aussehen ( ist eine Operatormatrix):
Falls das Gleichungssystem 4.3 keine Lösung besitzt,
so existiert dieser Zweipol nicht.
Es sind daher nicht sämtliche Kombinationen von für existierende
Zweipole erlaubt.
Kriterien für die Existenz sind z.B. in [30][29] zu finden.
Die Existenz eines Operators bedeutet,
daß die Größe
durch die Größe
gesteuert wird.
Z.B. bedeutet
, daß mittels des Operators
, dem ohmschen
Widerstand, eine Spannung in Abhängigkeit vom Strom
eingeprägt wird.
Dies bedeutet jedoch in der Regel nicht, daß mittels des
Operators
die Größe
durch
gesteuert wird, da nicht
gefordert ist, daß der inverse Operator zu
existiert
(z.B. ist
für
nicht definiert).
In der Gleichung
bedeutet die Steuerung eines Teils der Spannung
durch den Strom
.
Ein Rückschluß von
auf
ist in trivialer Weise nicht möglich.
Falls eine Zeile des Gleichungssystems 4.3 ``existiert'',
muß zumindestens das Element ungleich dem 0-Operator
und ungleich 0 für alle möglichen Fälle sein.
Der Operator
stellt eine gemeinsame Skalierung der Abhängigkeit der
Größe
von den anderen Größen dar.
Ohne Skalierung ist
der Operator
.
Im folgenden werden ohne Einschränkung der Allgemeinheit
für
immer nur die Operatoren
und
verwendet.
Ist der Rang der Matrix (siehe Gleichung 4.6) gleich
der Anzahl der
, für die es mindestens ein
ungleich dem 0-Operator gibt,
so ist dieses Bauteil von außen nicht beeinflußbar,
es stellt eine Quelle dar.
In diesem Fall ist es auch möglich, daß das Gleichungssystem 4.3
überhaupt keine Lösung hat, das Bauteil also nicht existiert.
Die Matrix
darf keine voneinander linear abhängigen Zeilen
besitzen.
Die in einem elektrischen Grundbauteil auftretenden konkreten Operatoren
für die sind in Tabelle 4.1 zusammengefaßt
(die Bezeichnungen stammen aus den ISO-Normen 31 und 1000, die Symbole
und
sind dem ANSI/IEEE Standard 280 entnommen [62]).
Abbildung 4.1: Operatoren zur Beschreibung eines Bauteils
Die Operatormatrix hat daher maximal folgendes Aussehen:
Eine physikalische Realisierung eines Bauteils mit einer vollen Matrix
ist nicht vorstellbar.
Für die meisten verwendeten idealen Bauteile sind fast alle
Elemente der Matrix gleich dem 0-Operator.
Die Operatormatrix kann in Form eines bewerteten gerichteten
Graphen [44][28] dargestellt werden.
Abbildung 4.2: Charakteristischer Graph eines Bauelements
Abbildung 4.2 zeigt eine solche Darstellung für eine volle Matrix.
Die Knoten des Graphen sind die physikalischen Größen, die den
Zustand des Bauteils beschreiben.
Die Kanten des Graphen geben die Abhängigkeit einer Größe von einer
anderen an,
der Wert der Kante gibt die Art und Größe der Abhängigkeit an.
Eine Kante von der Größe
zur Größe
existiert genau dann,
wenn der Operator
ungleich dem 0-Operator ist.
Die Operatoren
(Schleifen
für den Knoten x) sind
nicht eingezeichnet.
Enthält eine Zeile der Matrix (4.5)
mehr als ein Element
(
) ungleich
,
kann dies als Parallelschaltung bei den
-Zeilen
oder als Serienschaltung bei den
Zeilen
von 1 bis maximal 4 Grundeigenschaften aufgefaßt werden.
Durch Interpretation der Einheitsquellen als Inhomogenitäten
der Matrix (4.5) gelangt man zu dem inhomogenen Gleichungssystem
mit