Der Aufbau des deltadotierten HFET-2 ist wie folgt [] (von oben nach unten, s. Abb. 7.5 u. 7.14):
Abbildung 7.14: Schliffbild eines Querschnitts des
deltadotierten pseudomorphen HFETs mit Doppelbarrierenstruktur.
eine dicke undotierte
Barrierenschicht, ein
dicker undotierter
Kanal und eine
dicke untere Barrierenschicht gefolgt von einem semiisolierenden GaAs
Substrat. Der Gate-Kanalabstand ist
und die Gate-Länge
ist
mit symmetrischen Abständen von jeweils
zu den Cap-Schichten (Recess).
Obere Abbildung 7.15: Transfercharakteristik des HFET-2 für
.
Untere Abbildung 7.16: Steilheit des HFET-2 für
.
oberhalb des Kanals in der oberen Barrierenschicht
befindet sich eine Deltadotierung mit einer aktiven
Dotierstoffkonzentration von
(nachdem die Dotierung im Bereich von 1-2 Atomlagen erfolgt, wird sie
als Flächenkonzentration angegeben). In der unteren Barrierenschicht
befindet sich im Abstand von
zum Kanal eine
dicke Schicht, die eine Rückseitendotierung mit einer aktiven
Dotierstoffkonzentration von
enthält. Die Weite des Transistors ist
. Die Messung
erfolgte am Wafer an einem Transistor mit horizontalen Abmessungen von
.
Für die Simulation des HFET-2 wurde das HD/DD-Modell mit dem
TFE-Grenzflächenmodell verwendet, um den RST zu
berücksichtigen und den Rechenaufwand möglichst gering zu
halten. Die Simulation eines Arbeitspunktes benötigte etwa 500
Iterationsschritte, Arbeitsspeicher und
CPU-Zeit mit einem HP9000/735 Computer (Taktfrequenz:
).
Abbildung 7.15 zeigt die Transfercharakteristik des
HFET-2. Die HD/DD-Simulation zeigt eine gute Übereinstimmung mit
den Meßdaten. Zum Vergleich wurde eine DD-Simulation
durchgeführt, die jedoch eine zu geringe Steilheit und keine
Sättigung für Gate-Spannungen unter zeigte. Die fehlende
Sättigung ist auf das Fehlen des RST zurückzuführen. Die
größere Steilheit der HD/DD-Simulation gegenüber der
DD-Simulation ist durch den Velocity overshoot bedingt.
Die Transfercharakteristik kann in drei unterschiedliche Intervalle gegliedert werden, für die jeweils ein dominanter physikalischer Effekt identifizierbar ist.
Obere Abbildung 7.17: Elektronenkonzentration des HFET-2 für
und
.
Untere Abbildung 7.18: Elektronenkonzentration des HFET-2 für
und
.
Abbildung 7.19: Temperaturverteilung der Elektronen
des HFET-2 im
Kanal für und
.
Abbildung 7.20 zeigt das simulierte Ausgangskennlinienfeld
des HFET-2 im Vergleich mit den Meßdaten. Es mußte das Tunneln
der Elektronen durch Verwendung des TFE-Grenzflächenmodells
berücksichtigt werden, da das TE-Grenzflächenmodell gemeinsam mit
dem HD/DD-Modell zwar die thermionische Emission der Elektronen
berücksichtigt, jedoch für Drain-Source-Spannungen unter etwa
die Temperatur der Elektronen nicht ausreicht, um die
Energiebarriere zwischen dem Kanal und der oberen Barrierenschicht
unter dem Drain-Kontakt zu überwinden. Der Tunneleffekt dominiert
jedoch für kleine Drain-Source-Spannungen den Stromtransport. Da er
exponentiell vom Normalfeld an der Grenzfläche abhängt, sind die
Simulationen im ohmschen Bereich ungenau. Außerdem ermöglicht das
implementierte Modell für den Tunneleffekt für kleine
Gate-Spannungen ein zu einfaches Ausweichen der Elektronen in die
untere Barrierenschicht wodurch die Drain-Source-Strom zu hoch ist.
Abbildung 7.20: Ausgangskennlinienfeld des HFET-2.