Um den Einfluß von Selbsterwärmungseffekten auf statischen Latch-Up zu untersuchen, wird ein repräsentativer IGT im eingeschalteten Zustand unter verschiedenen Kühlbedingungen simuliert. Das Simulationsgebiet umfaßt nur eine Hälfte einer symmetrischen IGT-Zelle. Ein kompletter IGT besteht aus tausenden gleichartiger, parallel geschalteter Zellen auf einem Chip. Die Angaben zu Geometrie und Dotierungsprofil stammen aus der Literatur [22].
Abbildung 7.23: -Emitter
,
p-Basis
,
Teil der n-Basis
Abb. 7.23 zeigt den MOS-Bereich des IGT's, der im Hinblick auf
Latch-Up-Untersuchungen am meisten interessiert.
Der -Emitter
ist in die zweifach dotierte
-Basis
eingebettet.
Die
-Basis (Driftgebiet) ist mit einer Länge von
auf eine
Blockierspannung von
ausgelegt.
Ein
langes
-dotiertes Substrat, das in Abb. 7.23 nicht
zu sehen ist, bildet den unteren Abschluß
des Simulationsgebietes.
Es handelt sich um einen symmetrischen IGT mit uniform dotierter
-Basis ohne
-Bufferschicht.
Die Kanallänge beträgt
wie in [20].
Um den Kanalwiderstand zu senken werden moderne IGT's inzwischen mit
kürzeren Kanälen gebaut (typisch
).
Die Oxiddicke von
entspricht dem Stand der Technik.
Die Auslegung der
-Basis ist von entscheidender Bedeutung für die
Latch-Up-Festigkeit des IGT's.
Sie besteht aus einem hoch- und einem niederdotierten Anteil.
Eine niedrige Kanaldotierung gewährleistet eine niedrige
Einsatzspannung.
Der Schichtwiderstand des tiefer liegenden, höher dotierten Bereichs der
-Basis soll um zwei Zehnerpotenzen kleiner sein als im Kanalbereich, um
den Spannungsabfall durch den lateralen Löcherstrom zu reduzieren
und damit die Latch-Up-Festigkeit zu erhöhen [19].
Abbildung 7.24: Elektronenkonzentration [] im Gleichgewicht,
Abbildung 7.25: Löcherkonzentration [] im Gleichgewicht,
Abb. 7.24 und 7.25 zeigen den Logarithmus der Gleichgewichtsverteilungen
von Elektronen- und Löcherkonzentrationen im
kritischen -Emitter- und
-Basisbereich des IGT's.
Es ist deutlich zu sehen, wie das
-Basisgebiet, in das der
-Emitter eingebettet ist, in die schwach
-dotierte
Driftregion, die das zentrale Gebiet des IGT's darstellt, hineinreicht.
Um den kritischen Wert des Kollektorstroms zu finden, bei dem
Latch-Up auftritt, wird zunächst eine transiente, thermoelektrische
Simulation mit
rampenförmig steigender Kollektorspannung durchgeführt.
Um den Simulationen in [20],
die auf der Annahme konstanter Bauelementtemperatur beruhen,
möglichst nahezukommen, wird in den ersten Simulationen
sehr gute Kühlung vorausgesetzt.
Die Wärmeübergangszahl beträgt wieder
.
Doppelseitige Kühlung wird angenommen.
Die Temperatur der Wärmesenke beträgt in allen Simulationen
.
In guter Übereinstimmung mit [20] ergibt sich ein Arbeitspunkt
(
,
),
der unter den vorausgesetzten sehr guten Kühlbedingungen im sicheren
Arbeitsbereich (SOA (Safe Operating Area)) des IGT liegt.
Für diesen wird die stationäre thermoelektrische Lösung
berechnet.
Abbildung 7.26: Elektronenkonzentration [], SOA,
,
=
,
=
Abb. 7.26 und 7.27 zeigen den Logarithmus
der Ladungsträgerkonzentrationen im
-Emitter, im Kanalbereich und in der
-Basis.
Die hohe Elektronenkonzentration im
-Emitter fällt steil zur
-Basis
ab.
Es gibt keine direkte leitende Verbindung vom
-Emitter zur
-Basis
unterhalb des Emitters.
Der Elektronenstrom kann nur über den gut ausgeprägten und
in Abb. 7.26 gut sichtbaren Inversionskanal geführt werden.
An ihn schließt der Bereich der akkumulierten Oberfläche der
-Basis an.
Ein Vergleich von Abb. 7.25 mit Abb. 7.27 läßt das Maß der
Minoritätsträgerinjektion in der
-Basis erkennen.
Löcher und Elektronen bilden in der
-Basis ein quasineutrales
Plasma.
Das Temperaturmaximum beträgt
.
Abbildung 7.27: Löcherkonzentration [], SOA,
,
=
,
=