In der Submikron-Technologie muß das Drain-Dotierungsprofil auf die Unterdrückung hoher elektrischer Feldstärken und heißer Ladungsträger ausgerichtet sein. Dazu hat sich die LDD-Technologie (Lightly-Doped Drain) [Ogu80] durchgesetzt. Diese weist aber gegenüber einem einfach-implantierten Drain oder der DDD-Struktur (Double-Doped Drain) den Nachteil der höheren Prozeßkomplexität und des geringeren maximalen Drainstroms auf.
Daher ist es bemerkenswert, daß in einem Prozeß für
State-of-the-Art Multi-Megabit-DRAMs
versucht werden soll, mit einfach implantierten
Source-Drain-Gebieten das Auslangen zu finden. Zur
Unterdrückung heißer Elektronen im -MOSFET wird die
Drain-Implantation aus Phosphor (Energie
,
Dosis
) relativ lange thermisch behandelt
(
Minuten bei
),
um durch die Diffusion einen sanften lateralen Profilverlauf zu erzielen.
Abbildung: Schematische Gate- und Spacer-Struktur und
Isolinien der Gesamtdotierungskonzentration
[] für den
-Kanal-Transistor.
Solcherart hergestellt beträgt die Unterdiffusion
(siehe Abb. 5.9).
Bei
Gate-Länge ist eine derartige Überlappung von Source
und Drain mit dem Gate nicht zulässig. Die
Source-Drain-Implantation muß daher mit einem
gewissen Abstand (gewählt
) von der Gate-Kante erfolgen,
der mittels eines ,,Sidewall-Spacers``
aus
hergestellt wird.
In Abb. 5.9 ist die Anordung von Gate, Spacer und
Drain-Kontakt über den Isolinien der
Gesamtdotierungskonzentration
des
-Kanal-Transistors zu sehen. Abb. 5.10 zeigt die
Drain-Seite (Schnitt in der Kanalmitte) in axonometrischer
Darstellung.
Abbildung: Gesamtdotierungsprofil [] für den
-Kanal-Transistor: Ansicht der Drain-Seite,
Schnitt in der Kanalmitte.
Der Spacer hat in diesem Salicide-Prozeß [Sze81]
(,,Self-Aligned Silicide``) weiters die Aufgabe, eine direkte,
elektrisch leitende Verbindung zwischen Gate und Source oder Drain bei
Aufbringung einer dünnen Schicht Metall (zumeist Wolfram oder
Titan), die sich bei einer nachfolgenden Erhitzung mit Silizium zu
Silizid ( bzw.
) verbindet, zu verhindern.
Durch die dünne Silizid-Schicht kann der Schichtwiderstand für die
Gate-, Source-, und Drain-Kontaktierung auf typisch unter
gedrückt werden.
Die Substratstromkennlinie (Abb. 5.16, Kennlinie für
Spacer-Länge) ergibt für
einen maximalen Substratstrom
je
Kanalweite bei
.
Die lateraler Feldstärke
für diesen Arbeitspunkt
(siehe Abb. 5.11) zeigt ein Maximum von
und ist
direkt an der Oberfläche, aber innerhalb der Gate-Kante bei
lokalisiert. Die zugehörige
Lawinengenerationsrate zeigt Abb. 5.12.
Der maximale Substratstrom ist zwar in Vergleich mit anderen
-Technologien hoch (in [Hay91], einem sehr
komplexen LDD-Prozeß, wird
angegeben),
kann aber aufgrund der
Entwicklungsvorgabe minimaler Prozeßkomplexität und daraus
resultierendem einfach-implantierten Drain für die Anwendung in
DRAM-Chips durchaus akzeptiert werden.
Abbildung: Laterale elektrische Feldstärke [
] im
-MOSFET bei
und
(bei maximalem Substratstrom): Isolinien für die Drain-Seite,
Schnitt in Kanalmitte, das Maximum
beträgt
.
Abbildung: Lawinengenerationsrate [] im
-MOSFET bei
und
(bei maximalem Substratstrom): Isolinien für die Drain-Seite,
Schnitt in Kanalmitte, das Maximum beträgt
.